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Eine Schüssel warmer Nudeln kann ein Anfang sein, 30.8.11

Was ist mit meinem Sendai passiert?, 30.8.11

Reinigung von wertvollen Andenken in Kesenuma, 15.7.11

Partnerschaft, 4.7.11

Ein Bericht von Aliko Ban, 16.6.11

Tische und Stühle für Kinder, 10.6.11

Es geht nicht nur um Tsunami, 23.5.11

Arbeitsbericht nach zwei Monaten, 18.5.11

Der buddhistische Priester, 28.4.11

Neue Ausrüstung für Baseball-Team, 1.5.11

CRASH trifft sich mit japanischen Pastoren und Gemeindevorständen, 2.4.11

Saat des Gebets, 31.3.11

Aufruf zum Gebet, 29.3.11

Eine Schüssel warmer Nudeln kann ein Anfang sein

                                                           

Von Kristina Bjorkman

 

Die Speisung der Fünftausend bekommt eine völlig neue Bedeutung, wenn man damit beschäftigt ist, eintausend Evakuierte aus Fukushima zu versorgen. Damals kostete es Jesus nur einige Sekunden, doch heute brauchen 40 Freiwillige von CRASH Japan, der Grace Garden Chapel und der Chuo Bible Church ganze 4 Stunden, um Schüsseln mit Nudelsuppe vorzubereiten, damit die Evakuierten, die im Big Pallet Tagungszentrum in Koriyama untergebracht sind, etwas anderes zum Mittagessen bekommen als Reis.

Dies ist das zweite Mal, dass ich das Tagungszentrum besuche, das so plötzlich in eine Notunterkunft für mehr als eintausend Menschen umgewandelt wurde. Ich muss das Gebäude nicht betreten, um zu wissen, was mich im Inneren erwartet. Notdürftig zusammengebaute Häuser aus Laken, Rohren und Pappe füllen die Gänge und erstrecken sich bis in das Warenlager. Matratzen, Kissen und kostbare, aus den Trümmern geborgene persönliche Gegenstände markieren Bereiche und erklären somit einen kleinen Flecken Teppich oder Zementboden zu „meinem Eigentum“. Freiwillige Helfer wie ich kommen und gehen durch diese befremdliche Notunterkunft, aber die Bewohner bleiben. Sie haben keinen anderen Platz, an dem sie leben können.

Außerhalb des Gebäudes bilden drei überdachte Zelte, drei kochende Suppenkessel und Reihen von Tischen unser Einsatzgebiet. Ich arbeite, soviel ich kann, aber mit meinen geringen Japanischkenntnissen fühle ich mich irgendwo in der Mitte zwischen Mitarbeit und bloßem Beobachten. Und so arbeite und beobachte ich.

Als ich ein Nudel-Paket nach dem anderen öffne, beobachte ich die Frauen, die mit den großen Suppentöpfen beschäftigt sind. Ihre starken Arme schwingen riesige hölzerne Löffel, und trotz ihrer Kopftücher fallen immer wieder Strähnen von schwarzem oder grauem Haar auf ihre verschwitzten Gesichter. Der Dampf steigt auf aus der kochenden, mit viel Gemüse, Fleisch und Nudeln angereicherten Brühe und trägt noch zu der sowieso schon brennenden Hitze unter dem Vordach bei. Die Helfer formen Reihen und reichen Schüsseln von Hand zu Hand, um auch die weit entfernten Tische mit Suppenschüsseln zu versorgen. Schon bevor unsere „Türen“ sich um 11.30 Uhr öffnen, bildet sich im begehrten Schatten der Bäume zur einen Seite eine Schlage von Evakuierten.

Wir beeilen uns, unsere Vorbereitungen abzuschließen, als sich die Reihe in Richtung Ausgabestelle vorwärtsschiebt. Ich hebe meine Finger, um zu fragen, wie viele Schüsseln die Einzelnen brauchen, und sie geben mir mit ihren Fingern die genaue Anzahl zu verstehen: zwei, drei, fünf… Oder sie nehmen sich einfach die genaue Anzahl an Stäbchen, die sie brauchen, und ich gebe ihnen die dazu passende Anzahl an Schüsseln. Es mögen vielleicht nur Zahlen sein, nichts als verhutzelte Finger, die mit einem freundlichen Lächeln für die sprachlich herausgeforderte Ausländerin hochgehoben werden. Doch steht jeder Finger auch für einen Mund, der gefüllt werden will und, was noch wichtiger ist, jeder Finger steht für eine Person, die noch am Leben ist und die versucht, ihr Leben neu zu gestalten.

Die Reihe kommt zum Stillstand, als frische Nudeln zubereitet werden. Einige von uns beginnen damit, den in der Sonne Wartenden kalten Tee zu servieren. Meine Gedanken wandern zu den Ufern Galiläas und zu den fünftausend hungrigen Gesichtern - hungrig auf Brot, aber noch hungriger nach Leben – die sich um einen einzelnen Zimmermann scharten und ihn um beides baten. In meiner Vorstellung sind die Gesichter nicht jüdisch, sondern japanisch.

Siebenhundertdreißig ist die Gesamtzahl in der Mitte des Nachmittags. Reste werden verpackt, um sie zur Kirche zurückzubringen, Schüsseln werden ausgewaschen, Tische gewischt, Müll eingesammelt. Trotz der Hitze und der Arbeit sind uns die Energie und die strahlenden Gesichter erhalten geblieben und noch stärker geworden. Ein oder zwei Menschen haben angehalten, um uns fürs Kochen zu danken und dafür, dass wir ihnen etwas anderes als Reis zum Essen beschert haben. Das ist Belohnung genug.

Jesus, wenn Du ein japanischer Zimmermann gewesen wärst, hättest Du der Menge Reis und Schweinefleisch angeboten anstatt Brot und Fisch?

Ich spreche ein stilles Gebet, als wir Koriyama verlassen. Ich kann nicht anders als zu beten, als Bilder von hungrigen Augen meine Gedanken füllen. Wir haben ihre Mägen gestillt, aber ich mache mir Gedanken um ihre Herzen. Dann erinnere ich mich wieder an die Speisung der 5000. Als Jesus die Menge gespeist hat, kamen sie wieder zu ihm und baten ihn um mehr, und er füllte ihre Herzen. Vielleicht kann eine einfache Schüssel Nudelsuppe der richtige Anfang sein.

 

Übersetzung: Rahel Gross, Liebenzeller Mission

 

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Was ist mit meinem Sendai passiert?

                                                           

Gedanken einer CRASH Japan Helferin die schon lange in Japan lebt. Von Marisa Foxwell

 

Auf meiner ersten Fahrt nach Tohoku vor einem Monat, stand ich an der Kaimauer, blickte über den Ozean, die Hände fest in die Seiten gestemmt, atmete ich die Herbheit der salzigen Luft, die normalerweise liebliche Erinnerungen in mir hervorruft. In vergangenen Jahren wäre ich mit meinen Freunden die Kaimauer hinuntergeklettert, in Badeanzügen, lachend und voller Freude über die Gemeinschaft. Ich würde hierher kommen und an einem der Stände am Strand Kakigori (Eis mit Sirup) kaufen, oder mit meiner Familie am Strand Muscheln sammeln. Doch dieses Mal, stand ich starr vor den peitschenden Wellen, wissend, dass dieser Platz nie wieder derselbe sein wird. Ich wollte dieses mächtige Wasser, in dem ich meine Sommer planschend verbrachte, anschreien, weil es mich verraten hatte.

Ich wusste, ich sollte nicht den Ozean anklagen, für den unbeschreiblichen Anblick der Zerstörung die mich umgab. Aber welche Worte konnten diese Unruhe in meinem Herzen beschreiben? Manchmal gibt es zu viele Worte und man hat doch nicht genügend Worte oder gar keine.

Vor zwei Wochen fuhr ich zum CRASH Japan Sendai morigo Basislager und arbeitete in Ishinomaki und Sendai zusammen mit vier anderen Mitarbeitern aus dem Hauptquartier. Alle CRASH Mitarbeiter haben zahlreiche Zeitungsartikel gelesen, so viele Bilder gesehen und unzählige Geschichten aus der nördlichen Katastrophenregion gehört. Aber selbst monatelange Mitarbeit im Hauptquartier in Tokio kann einen nicht auf die Realität der Verwüstung vorbereiten. Hier leben enge Freunde von mir und ich liebte es hierher zu kommen, in wunderbarer Kulisse die Sonne zu genießen, aber jetzt ist die Landschaft kaum mehr wieder zu erkennen.

Was ist mit meinem Sendai passiert? Die Küste ist übersät mir riesigen Überseecontainern, aufgeplatzt oder halb vergraben im aufgewirbelten Wasser und Sand. Ganze Häuser sind von ihren Plätzen hochgehoben worden und fielen an anderer Stelle als Haufen wieder herunter. Telefonmasten und Wegweiser sind verbogen, verdreht und umgeknickt. Bürgersteige und Straßen sind brüchig, aufgerissen und ganze Teile fehlen. Dort wo sonst elegant geschwungene Kiefern mich grüßten, liegen jetzt Berge von zersplitterten Stämmen. Die Häuserreihe entlang der Straße, die wir immer entlang gingen um zu unserm Ferienhaus zu gelangen, besteht jetzt nur noch aus Fundamenten und zerstückelten Dächern. Mein Freund, der Fischer erzählt mir, dass aus dieser Häuserreihe zehn Menschen umgekommen sind, fünf davon waren seine Freunde oder Familienangehörigen. Ich möchte aufblicken in den stillen blauen Himmel und fragen: Warum?

In den letzten Wochen habe ich etliche Fahrten in die Katastrophenregion unternommen, um mit verschiedenen Gruppen Hilfe zu leisten. Es war spannend zu sehen, wie verschiedene Menschen zusammenarbeiteten, Hilfestellung gaben, und allmählich ein Unterschied zu vorher sichtbar wurde aber es frustriert mich immer noch, zu sehen, welch winzige Spuren jeder dieser Einsätze auf dem großen Berg der Not hinterlassen haben. Manchmal fühle ich mich so verloren in diesem Prozess und frage mich was ich überhaupt hier tue. Dann denke ich an die Gesichter der Menschen, die ich in dieser Küstenstadt Shichigahama bei Sendai lieb gewonnen habe, und an die Leute, die ich bei meinen Besuchen in Tohoku in diesem Sommer getroffen habe. Ich sehe die Gesichter derer, die ihr Heim verloren haben, sich in Reihen dahin schieben um eine Mahlzeit abzuholen, und die Gesichter derer, die in ihren, mit Trümmern gefüllten Reisfeldern schuften, in denen man vielleicht nie wieder Reis anbauen kann. Ich sehe die Gesichter von Kindern, die Freunde und Familie verloren haben und es dennoch schaffen mit mir zu rennen und zu lachen. Ich sehe Leute auf Fahrrädern oder zu Fuß weite Strecken zurücklegen, weil ihre Autos zusammengequetscht wurden wie Blechdosen. Ich denke an Ouchi san, dessen Haus wir halfen aufzuräumen. Er ist ein Held in seiner Stadt, der die Leute vor dem Tsunami gewarnt hat, und am Dach seines Lasters weggeschwemmt wurde, bis er es doch noch schaffte, sich in Sicherheit zu bringen. Seine Frau und seine Töchter leiden nun an Depressionen, während sie versuchen mit der Tragödie fertig zu werden und ihr tägliches Leben wieder aufzunehmen. Lasst uns nicht den Mut verlieren, lasst uns daran denken dass es  diese Menschen sind, für die wir kämpfen.

Das Land ist Unheil verheißend flach in Ishinomaki, wo wir am ersten Tag unsers Trips arbeiteten. Das machte es für alle so schwer, vor den kommenden Wassermassen zu flüchten. Deshalb sieht die Stadt auch aus, als sei sie verschlungen und wieder ausgespuckt worden. Der Gestank von verfaulten Fisch und Schlamm erfüllt die ganze Stadt, in der die Leute versuchen ihren Alltag wieder aufzunehmen, trotz Verwüstung und Trauma. Einer meiner Mitstreiter des Hilfseinsatzes, nannte es „ein kleines Stück Hölle“ und ich kann mir nicht helfen, ich finde es auch schwer, in einem Ort wie diesem Gott zu finden. Dennoch, durch diese Erfahrung hat Gott meinen Glauben erneuert, wie er es noch nie zuvor getan hat. Er hat seine Treue bewiesen, ja seine Liebe, er ist äußerst gegenwärtig inmitten dieses Schlammgeruchs, um diese depressiven und schwermütigen Menschen zu erreichen.

Durch diesen Trip wurde meine Leidenschaft für die Hilfseinsätze neu gestärkt. Ich kehrte ins CRASH Japan Hauptquartier zurück, mit neuen Einblicken und Motivation,  ein Teil der Operation zu sein, das Leben dieser Menschen zu bessern und ihnen Hoffnung zu vermitteln, nach der sie sich verzweifelt sehnen. Statt mich in meiner Trauer zu lähmen, hat dieser letzte Einsatz mich motiviert, das ganze Bild im Blick zu behalten und als ein Teil von Christi Leib, der sich in CRASH Japan äußert, weiterzuarbeiten. Ich habe bei all meinen Trips Fortschritte gesehen, die gemacht wurden und ich trage die Hoffnung in mir, dass die Sonne über Japans Dunkelheit aufgehen wird. Und was noch wichtiger ist, unser Sohn, Jesus ist schon auferstanden. Er hat bereits die Welt mit all ihren Sorgen überwunden. Ganz egal ob Sie finanzielle Unterstützer sind, im Hauptquartier mitarbeiten, Tag für Tag in Japan leben oder Japan mit Gebeten überschütten, denken Sie immer daran, wofür Sie kämpfen.

Ich weiß, ich bin nur eine weitere Person, die das Chaos beschreibt, aber lassen Sie sich doch darauf ein mit mir durch die Trümmerhaufen zu kriechen, die ich früher meine Heimat genannt habe und die für meine Freunde in Sendai als tägliche Realität bestehen bleiben. Bitte, bitte beten Sie mit mir für dieses Land und die Wiederaufbauarbeiten und lasst uns als ein Licht leuchten für ein leidendes Volk.

 

Marisa besucht das Wheaton College in Illinois USA. Sie machte 2009 ihren Schulabschluss an der Christian Academy Japan (CAJ)

 

Übersetzung: Esther Stock, Marburger Mission

 

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Reinigung von wertvollen Andenken in Kesenuma

 

Von Benjamin Summers

 

Ich habe schon einmal im Fotogeschäft Bilder per Software gereinigt, aber eine Foto-Restaurierung wie diese habe ich noch nie gemacht.

Es war am Mittwoch, 6. Juli, unser Team, das vor allem aus Leuten von New Jersey besteht und im CRASH Basislager in der Nähe von Ichinosaki stationiert ist, hatte einen Arbeitsauftrag im nahe gelegen Kesenuma.

Als wir im Gemeinschaftszentrum für freiwillige Helfer eintrafen, stellten wir fest, dass auch viele Japaner da waren, in Arbeitskleidung und bereit für körperliche Arbeit, gerade so wie wir. Es stellte sich heraus, das wir an diesem Tag unsere Gummistiefel nicht unbedingt gebraucht hätten, da wir für ein Projekt in Kesenuma-shi Karakuwa Taiikukan, einer großen Mehrzweckhalle, eingeteilt waren.

In dem Raum standen Boxen über Boxen mit persönlichen Erinnerungsstücken v. a. Photoalben, aber auch andere lose Fotos, Jahrbücher von Schulen, Pokale uvm. Alles Dinge, die vom Tsunami weggeschwemmt wurden, aber später wieder gefunden wurden. Der Arbeitsauftrag für die Freiwilligen war, die Dinge so gut es ging zu reinigen und im Fall von losen Fotos, diese in neue Albums zu kleben. Alles in der Hoffnung, dass vielleicht jemand kommen würde und diese verlorenen Erinnerungen für sich beansprucht.

Eine der japanischen Helferinnen, die wir in der Halle trafen, fragte im Spaß ob einer  vielleicht aus Hawaii käme, denn ihre ganze Habe sei fortgespült worden und ist nun vielleicht auf halber Strecke über den Pazifik. Es wurde nichts von dem Schmerz gesagt, der hinter dieser humorvollen Äußerung verborgen war. Zum Glück haben alle ihre Familienmitglieder überlebt, aber sie hat bei dieser Fotosäuberungsaktion auch deshalb mitgeholfen, um die Augen offen zu halten für Bilder, die einst ihr gehört haben.

 

Es war sehr eigenartig, Andenken Anderer durch zu sehen. Ein Bild nach dem andern von absolut fremden Personen - wertvolle Erinnerungstücke wichtiger Lebensabschnitte von jemand anderes. Unersetzbare Hochzeitsbilder, Schnappschüsse von Babys, Schul Porträts - sie mögen nicht ganz unbeschadet durch den Tsunami gekommen sein, aber immerhin sind sie nicht völlig untergegangen.

Zeitweise habe ich darüber nachgedacht, dass all meine geliebten Besitztümer, Gitarren, Bücher, elektronische Geräte oder was auch immer – in den meisten Fällen wieder gekauft werden könnte, falls irgendetwas mit ihnen geschehen würde. Aber das gilt nicht für private Videos oder Fotoalben.

Nein, dieser Arbeitsauftrag war körperlich nicht besonders anstrengend und es war kein Job den ich erwartet hätte, als ich mich bei CRASH Japan gemeldet habe. Aber ich wusste, das war eine Maßnahme um jemanden in den Nachwirkungen einer Notlage, die niemals vergessen wird, zu helfen Souvenirs zurückzubekommen, die er für immer wertschätzen wird.

 

Übersetzung: Esther Stock, Marburger Mission

 

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Partnerschaft zur Unterstützung von Pastorenfamilien aus Tohoku

 

Nach einem Bericht von John Houlette

 

Danke Herr für dieses Essen und bitte hilf den Familien der Menschen, die von Tsunami fortgespült wurden. Amen.“, betete der Sohn eines Pastors im Vorschulalter bei der Pastoren Freizeit in vom 16. -17. Juni in Iwate.

Er war mit seinen Eltern im Morikokaze Hotel in einem Vorort von Morioka und dieses einfache Gebetsanliegen fasste die tiefsten Gefühle der Pastorenfamilien, die in Tokhoku in der Erdbebenhilfe tätig sind, zusammen. Eine identische Freizeit wurde vom 13.-14. Juni in Sendai im Zuiho Hotel, bei den heißen Quellen von Akiyu abgehalten. Pastoren und Mitarbeiter zusammengezählt, haben an beiden Freizeiten  insgesamt über 70 Personen teilgenommen.

Aber die unausgesprochene Realität war, dass jede Pastorenfamilie die an den Freizeiten teilnahm, für drei Monate nonstop in einem gewissen Grad für Katastrophenüberlebende gesorgt und geholfen hat, obwohl die meisten selbst Überlebende waren. Sie selbst brauchen Hilfe als Hinterbliebene und diese Freizeiten waren dafür ausgelegt.

Beide Freizeiten waren 24 Stunden Events, hauptsächlich in Kleingruppen augeteilt, mit Austausch von persönlichen Erlebnissen und Gesprächen mit Dr. John Dorlus, Präsident des STEP Seminars in Haiti, der von seinen Erfahrungen bei dem Erdbeben in Haiti 2010 berichtete und Thomas Kim, Geschäftsführer von Churches Helping Churches (CHC) (zu dt. Kirchen helfen Kirchen). Der zwanglose Programmablauf, tolles Essen und die Zeit in den heißen Quellen begünstigten den offenen und ehrlichen Austausch, begleitet von Lachen, Tränen und Gebeten. Die Pastoren erhielten eine Geschenktüte, die von den CRASH Mitarbeitern zusammengestellt wurde, mit Büchern, Handcreme, selbst gemachte Marmelade, Tees und Unterlagen für Seelsorge.

Genauso wie die Teilnehmer der Freizeiten eine große Bandbreite an Kirchen darstellten, repräsentierten die Sponsoren auch viele verschiedene christliche Einrichtungen. Sehr bald nach dem Erdbeben war CRASH Japan behilflich, die Amerikanische Churches Helping Churches Organisation mit den Kirchen in Tohoku in Verbindung zu bringen. Ein Ergebnis davon ist, dass CHC dieses „Kirche zu Kirche“ Projekt organisierte. CRASH Japan war sehr erfreut, zusammen mit Alpha Japan, Asian Access, The Billy Graham Evangelisic Acessiosaton, JCGI Network, Kakudai Institut for Missions und Tree Stream Ministies diese Aktion zu sponsern.

Der Geist des Zusammenarbeitens zeigt in diesem gemeinsamen Unternehmen, das Herz von CRASH Japan und den Kern ihres Auftrags und Wertsetzung: Die lokalen Kirchen in ihren Fähigkeiten zu unterstützen, damit sie die Liebe Jesu in ihrem sozialen Umfeld weitergeben können, in Partnerschaft mit andern christlichen Einrichtungen.

 

You too, can support local churches in ministry in the Tohoku area by volunteering with CRASH. The need is great and the opportunities are varied. Would you be able to serve at a base camp? Would you be able to serve at headquarters?

 

Übersetzung: Esther Stock, Marburger Mission

 

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Ein Bericht von Aliko Ban

 

In der letzten Woche fuhr unser ganzes Team von 14 Personen vom Basislager Morigo an der Küste nordwärts zu einer Stadt namens Ischinomaki. Eine kleine Kirche (10 Personen!) brauchte Hilfe bei der Organisation und Vorbereitung der Verteilung von Hilfsgütern an Opfer der Katastrophe. Den Donnerstag brauchten wir um zu sortieren und aufzubauen - etliche Zimmer und der Flur waren vom Boden bis zur Decke mit Kartons voll gestopft. Wir halfen dabei, in einem großen Raum so etwas wie einen „Laden“ aufzubauen, mit verschieden Bereichen für Konserven, Getränke, Toilettenartikel, Schulbedarf, Unterwäsche, ..ect. Wenn der „Laden“ öffnet, darf ein „Käufer“ nach dem anderen hereinkommen und sich 7 Dinge nehmen. Ich habe die Tochter des Pastors gefragt, warum es gerade 7 Dinge sind, und sie erzähle mir, dass es zu Beginn 15 Dinge waren, dann 10, aber es hat zu lange gedauert bis die Leute wussten was sie nehmen wollen. Und weniger Leute konnten „einkaufen“.  So haben sie es auf 7 Dinge festegelegt und nur 6 Personen gleichzeitig im Raum, das ist die effektivste Regelung, viele Personen durchzuschleusen. Sie finden es auch gut, den „Käufern“  die Entscheidung selbst zu überlassen, was sie wirklich brauchen.

In der Umgebung wurden Schilder aufgestellt, dass das „Geschäft“ am Freitag Mittag öffnen würde. Können sie sich vorstellen, dass um 5 Uhr morgens die ersten Leute kamen um sich anzustellen!? Viele kamen aus der Nachbarschaft, aber viele kamen 20–30 min mit dem Fahrrad angefahren. Die Warteschlange wand sich durch die Straßen und alle waren sehr diszipliniert und warteten geduldig. Mein Arbeitsauftrag war, den Wartenden kalten Tee anzubieten und mit den Leuten zu reden. Da es ein sehr sonniger und warmer Tag war und es für die meisten noch eine ganz Weile anzustellen galt, war es nicht schwer, Abnehmer für den Tee zu finden. Darüber hinaus konnte ich auch etliche Gespräche führen. CRASH trainiert uns, sehr respektvoll zuzuhören, wenn wir mit Katastrophenopfer sprechen. Wir halten uns immer vor Augen, dass sie schreckliche Ereignisse durchlebt haben und es gilt sehr sensibel zu sein, da die Wahrscheinlichkeit groß ist dass sie nahe stehende, liebe Menschen und / oder ihr Zuhause verloren haben. Wir fordern niemanden direkt heraus, von seinen Erlebnissen zu erzählen, aber wenn man offen ist, zuzuhören, dann erzählen sie frei heraus, wie wenn sie darauf gewartet hätten, vielleicht ist das ein Stück weit Aufarbeitung. CRASH nennt die „kokoro no care“ ( Pflege des Herzens). Nachdem die ersten Bedürfnisse nach Unterkunft, Verpflegung und elementaren Gütern gestillt sind, ist diese Art der seelischen Hilfe das nächste Stadium der Unterstützung.

Die erste Frau mit der ich sprach erzählte mir, dass sie durch die Fluten zu einem sicheren Platz schwimmen musste. Sie fand ein Haus, in dem schon andere Leute Schutz gesucht hatten und mit acht, für sie völlig fremden Personen lebte sie zusammengedrängt für 4 Tage von nur einer großen Wasserflasche und einem Apfel. Inzwischen lebt sie in einer Massenunterkunft, aber an diesem Morgen war sie schon zum Rathaus gegangen um bei der Verlosung von Übergangshäusern dabei zu sein. Dieses Mal war sie nicht dabei und sie denkt, sie wird wohl eher eine der letzen sein, die ein solches Containerhaus bekommt, denn sie ist Single.

 

Ein anderer Mann, Herr Yamaguchi hatte gehört, wie ich jemand erzählte, dass ich von Hawaii komme und er begann eifrig mir von seiner Reise nach Honolulu vor etlichen Jahren zu erzählen. Dann erzählte er mir seine Katastrophen Geschichte. Er war gerade auf dem Heimweg mit dem Shinkansen Schnellzug von Tokio als das Erbeben geschah. Der Zug stoppe und der Strom fiel aus, so dass sich jeder um seinen eigenen Heimweg kümmern musste, aber der Tsunami hatte viele Straße in Tokoku wegegschwemmt. Er schaffte es bis in seine Heimatstadt in Kanagawa (südl. von Tokio Anm. d. Übersetzers) zu kommen und blieb dort für einen Woche, bis er jemanden fand, der ihn mit nach Ishinomaki nahm. Die ganze Zeit über hatte er keinen Kontakt zu seiner Frau und seinem Kind und wusste nicht ob sie noch am Leben waren. Schließlich bekam er einen Anruf von einem Freund, der ihm erzählte sie haben eine Notiz in einer Unterkunft gesehen, welche besagte, dass seine Frau und sein Kind wohlauf und bei Freuden untergekommen sind! Er brachte viele Vorräte von Tokio mit und ist nun wieder mit seiner Familie vereint.

Ich habe keine Bilder von diesem Tag, denn eine andere Art seinen Respekt zu zeigen ist, die Katastrophenopfer nicht um jeden Preis zu fotografieren. Das ist ihre Nach-Katastrophen Realität und nicht eine Touristen Attraktion, oder etwas das sie gerne im Gedächtnis behalten wollen. Es war ein Schlüsselerlebnis, zu sehen wie die Leute im „Geschäft“  immer noch so elementare Dinge wie Toilettenpapier oder Socken aussuchen. Es ist noch ein langer Weg der Hilfe, bis die Leute in Tohoku in eine annähernd normale Lebenssituation zurück sind.

 

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Tische und Stühle für Kinder

 

Als OMF/ÜMG-Missionar John Elliott (Aomori, Nord-Honshu) begann, kleine Tische und Stühle für die Kinder in den Evakuierungszentren herzustellen, konnte er nicht ahnen, dass die Erwachsenen auch Interesse daran hatten.

Am 24. Mai bereiteten wir 12 Tische (ohne angeschraubte Beine) und Stühle für die Lieferung in ein Evakuierungszentrum in der Nähe der Stadt Rikuzentaka vor. Wir sägten auch Holz für 10 Tisch- und Stuhl-Bausätze vor, in der Hoffnung, einige der Bewohner im Zentrum beim Zusammenbau zu beteiligen. Der Plan war, Bausätze herzustellen, welche die Bewohner selber fertigstellen können, damit diese in ihrer Zeit in den Zentren etwas sinnvolles zu tun haben.

Wir fanden schnell Hilfe beim Befestigen der Tischbeine. Danach erklärte John die  Bausätze und bat Freiwillige, um diese zusammenzusetzen. Bald waren alle Tische, die wir vorbereitet hatten, fertig.

Die Tische sind sehr einfach zu montieren, die Stühle jedoch sind schwieriger und erfordern Teamarbeit. Als ein Stuhl zusammengebaut wurde, bemerkte ich einen Mann, der sich zurückhielt, aber offensichtlich Interesse hatte. Sein Gesicht spiegelte Traurigkeit. Was er beobachtete schien ihn an etwas zu erinnern, was er verloren hatte.

Unsere Bemühungen, diesen Mann an der Arbeit zu beteiligen, blieben zunächst fruchtlos. Als John den zweiten Stuhl begann, bat er den Mann wieder, mitzuhelfen. Erneut zog sich der Mann zurück. John jedoch reichte ihm einfach einen Hammer und deutete an: "Hier, nimm ihn. Wir werden jetzt gemeinsam einen Stuhl bauen!” Als der Mann den Hammer nahm, blickte er diesen fast liebevoll an. John dachte: "Ich wette, dieser Mann ist ein Schreiner!" Es wurde bald klar, dass er sich mit Werkzeug und Material auskannte! Es wurde auch deutlich, dass er große Freude an seiner Arbeit hatte - er konnte das Lächeln nicht verbergen!

Die beiden arbeiteten sorgfältig zusammen, maßen nach, markierten, bohrten die Löcher vor und verleimten die Teile. Der Mann war glücklich, als der erste Stuhl fertig war. Er nahm den nächsten Bausatz, begann, daran zu arbeiten und schloss die Arbeit mit einem breiten Lächeln und dem Applaus der Umstehenden ab.

Während der Arbeit am zweiten Stuhl bemerkte John, dass eine Dame ein Bild nach dem anderen von diesem Mann machte. Warum nur von ihm? John war mit einem anderen Freiwilligen mit einem Stuhl beschäftigt, von diesem Helfer wurden aber keine Bilder gemacht. Nach einer Weile setzte er sich neben die Dame und bemerkte: "Er scheint sehr glücklich zu sein.” Sie antwortete: “Ja, er ist glücklich. Vor dem Tsumami war er ein Schreiner. Dieser Herr ist mein Vater. "

Als der zweite Stuhl fertig war, nahm er einen weiteren Bausatz, packte seine Tochter an der Hand und zog sie in den “Arbeitsbereich”. Er erklärte ihr die einzelnen Schritte - zeigte, wie man den Bohrer gerade hält um saubere Löcher zu bohren, wie man die maximale Leistung aus der Bohrmaschine holt, wie man den Hammer hält, um sie gerade ins Holz zu jagen. Auch dieser Stuhl war viel zu schnell fertig, aber die Tochter war glücklich und ihr Vater grinste über das ganze Gesicht.

Dieses Erlebnis ist eine gute Illustration zu Sprüche 12,14: “Wer Gutes sagt, lebt auch gut davon; wer Gutes tut, dem bringt es etwas ein.” (GN)

 

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Es geht nicht nur um Tsunami

 

Crash-Mitarbeiter helfen im „Asian Rural Institute“

Das auf einer 6 Hektar großen Farm in hügliger Landschaft in der Tochigi-Präfektur gelegene „Asian Rural Institut“ (ARI) ist ein christlicher Dienst, der jährlich Trainingsprogramme für Leiter von Landgemeinden aus Asien, Afrika und dem Pazifik durchführt. Diese Programme  wurzeln in der Liebe Jesu und konzentrieren sich darauf, nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken durch ökologische Landwirtschaft, Gemeinschaftsförderung und Leiterschaftstraining zu fördern.

Wegen der Schäden an den Farmanlagen aufgrund des Erdbebens vom 11. März und der darauf folgenden Nachbeben musste das diesjährige Trainingsprogramm nach Machida / Tokyo verlegt werden. Zudem widerriefen die meisten der freiwilligen Helfer aus dem Ausland ihre Teilnahme aus Angst vor der Strahlung des zerstörten Fukushima Daiichi Kernreaktors, der sich in 110 km Entfernung des ARI befindet.

Im Moment hilft eine Gruppe von CRASH-Freiwilligen dabei, die Farm in der Tochigi-Präfektur am Laufen zu halten, indem sie Reparaturen und Säuberungsmaßnahmen durchführen und sich um die Kühe, Schweine und Hühner kümmern. Es gibt jedoch Bedarf an weiteren Freiwilligen, da die Reparatur der Schäden auf der Farm sowie der alltägliche Betrieb gleichzeitig abgedeckt werden muss.

CHRASH versucht, diesem Bedarf zu entsprechen, indem sie immer wieder Freiwillige in diese Arbeit schickt. In nächster Zukunft plant CHRASH außerdem, ein Projekt zu starten, das es einigen der Evakuierten aus der Krisenregion, die ihre eigenen Farmen verloren haben, ermöglicht, auf der ARI Farm zu arbeiten.

 

Übersetzung: Andreas Groß

 

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Arbeitsbereicht nach zwei Monaten

 

Seit dem 11. März 2011: Es wurden 5 Basislager eingerichtet, 135 Tonnen Hilfsgüter verteilt und 300 freiwillige Helfer brachten sich ein.

Higashi Kurume, Japan. CRASH Japan, eine christliche Katastrophenhilfsorganisation veröffentlichte heute ihren Zwei-Monats-Arbeits-und Spendenbericht; darin ist der Einsatz aufgeführt, der dem massiven Erdbeben und dem Tsunami, der am 11. März 2011 Nord-Ost Japan heimgesucht hat, gefolgt ist.

 

Gleich nach dem Erbeben begann CRASH Japan lebenswichtige Hilfsgüter zu verteilen, wie z.B. Wasser, Lebensmittel, Windeln, Babynahrung, Hygieneprodukte für Frauen, Decken und Kissen. In den darauf folgenden zwei Monaten haben mehr als 300 freiwillige Helfer insgesamt 14.000 Stunden gearbeitet, um Hilfe und Hoffnung nach Tohoku zu bringen. Dieser Einsatz beinhaltet anfängliche Begutachtungen zum Feststellen der Bedürfnisse der Opfer und die Verteilung von über 135 Tonnen materiellen Hilfsgütern.

Mit dem Blick nach vorne, hat CRASH Japan fünf lokale Basislager eingerichtet, die nicht nur Soforthilfe nach dem Beben leisten sondern ihren Focus auf Hilfe beim Wiederaufbau und Seelsorge für Überlebende erweitern werden. Diese Programme beinhalten, Ausrüstungen für den Neustart, Hilfen zur Traumabewältigung wie z.B. Tagebücher und Seelsorge für Überlebende, inkl. Programmen, die extra dafür entwickelt wurden, Kindern zu helfen, mit ihren seelischen Verletzungen umzugehen.

Mit dem heutigen Arbeitsbericht legt CRASH Japan ihre zukünftigen Pläne dar: die Leistungsfähigkeit der freiwilligen Basislager zu steigern, um das Netzwerk der Betreuung von Opfern weiter auszudehnen, damit die körperlichen, seelischen und geistlichen Nöte auf einer lokalen Ebene gelindert werden können. Dieser Plan beinhaltet beides, das Netzwerk der japanischen und der internationalen freiwilligen Helfer, die weiterarbeiten werden, um den Neuanfang in den von der Katastrophe heimgesuchten Gebieten zu unterstützen.

Den Link zu dem kompletten Bericht finden Sie hier.

 

Übersetzung: Esther Stock, Marburger Mission

 

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Der buddhistische Priester

 

Vielleicht sollte ich ein Pfarrer werden!“, sagte der buddhistische Priester.

Als Tim Cole, der selbst als Missionarskind in Japan aufgewachsen war, auf einer Erkundungsfahrt für CRASH 100 Leute fand, die in einem buddhistischen Tempel in Onagawa Zuflucht gefunden hatten, war der Priester zunächst sehr zögerliche jegliche Hilfe anzunehmen. Aber im Gespräch stellte sich heraus, dass der Priester den gleichen Kindergarten besucht hatte wie Cole, als er noch ein Kind war.

Als die Frau des Priesters hörte, dass Cole und die bei ihm waren, christliche Pastoren sind, sagte sie zu ihrem Mann:  „Du solltest sie bitten dir beizubringen, wie man wirkungsvolle Predigten hält.“ Nachdem sie ihn ein bisschen bedauerten, wie schwer es doch ist, Woche für Woche interessante Themen vorzubereiten, schlug eine Person aus Coles Team vor: „Wenn du über die Bibel spricht, macht das einen großen Unterschied.“ Der Priester dachte, das sei ein interessanter Vorschlag.

Durch diese Beziehungen, die gerade aufgebaut wurden, war es Coles Team möglich Nahrungsmittel und Jacken abzugeben und zu fragen, was sonst noch benötigt wird. Die evakuierten Personen baten vor allem um Gummistiefel.

Auf seiner nächsten Fahrt nach Onagawa achtete Cole besonders darauf, dass er ausreichend Reisetaschen und Gummistiefel dabei hatte. Seine Frau Katie hatte auch Dosen mit selbstgebackenem Brot und Keksen dabei und während sie sie austeilte, kam die Frau des Priesters und stellte sich vor.

Hier Katies eigene Worte:

Sie wurde ganz lebhaft als ich ihr erzählte, dass Tim und ich uns in Karuizawa kennen gelernt haben. Sie erzählte, dass sie viele gute Erinnerungen an Karuizawa hat, weil ihre Großeltern Christen sind und sie immer zu christlichen Sommerfreizeiten ins Megumi chalet (christliches Freizeitheim) mitnahmen. Natürlich sprudelten ab diesem Zeitpunkt die Worte nur so aus ihr heraus und unter anderem sagte sie: „Vielleicht sollte ich meine Bibel hervorholen und wieder anfangen darin zu lesen.“

Ich fragte, ob ein Leben nicht ganz anders ist, wenn man 80 Personen in der„Familie“ hat statt fünf. Sie lachte und sagte es sei gut so – ihr Mann hätte sich so etwas schon immer gewünscht und gehofft, dass es eines Tages eintrifft. Er hat ihr gesagt, er würde gerne irgendein Programm anbieten, damit Leute in den Tempel kommen…aber er dachte nicht daran, dass ein Erdbeben oder ein Tsunami so etwas geschehen lassen. Es sagte sogar im Spaß: „Vielleicht sollte ich ein Pastor werden!“ Ich kann nicht anders als gespannt zu sein, was Gott dort tut und auch in Zukunft noch tun wird. Ist es möglich, zu hoffen, dass Gott die ganze kleine „Herde“ die dort in einem buddhistischen Tempel campiert, zu sich zieht und sie in Ihm Errettung finden?

 

Übersetzung: Esther Stock, Marburger Mission

 

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Facebook-Eintrag beschert zwei Baseball-Mannschaften eine neue Ausrüstung

 

Am 11. März 2011 verloren 25 der 30 Mitglieder der Jugendmannschaft des Baseballvereins in Onagawa ihr Zuhause durch den Tsunami. Doch nicht nur ihr Zuhause, auch ihre gesamte Baseballausrüstung wurde vom Tsunami fortgeschwemmt.

In der nahegelegenen Stadt Rifu rief der Freund eines Trainers der Baseball-Mannschaft die Oasis Chapel an und bat um Hilfe. Könnte die Kirche der Baseballmannschaft neue Schläger und Handschuhe besorgen? Pastor Makito Matsuda postete die Anfrage auf seiner Facebookseite.

Pastor Matsuda hatte einen neuen Freund auf Facebook – Yoshi Ehara, einer der ehrenamtlichen Helfer von CHRASH, der die Vorbereitungen zur Anmietung von Camp Morino als CHRASH-Gebietsbasis von der Oasis Chapel getroffen hatte.

Ehara las die Mitteilung auf Facebook und schrieb mir, ob wir in diesem Fall nicht etwas unternehmen könnten. Die Logistikabteilung von CHRASH war zwar sehr eingespannt mit der Koordination von Containerladungen mit Hilfsgütern, der Anmietung von Fahrzeugen, der Beschaffung eines Lagerhauses, etc. - doch dies war eine konkrete Anfrage, auf die wir unbedingt reagieren wollten.

Wir begannen, uns in Tokio nach Baseball-Zubehör umzusehen, um zwei Baseballmannschaften damit auszurüsten. Bald fanden wir einen Baseball-Fabrikverkauf, der bereit war, uns einen immensen Rabatt auf die Grundausstattung zu geben – zehn Schläger, fünfzig Bälle, drei große Kartons Handschuhe und die komplette Ausrüstung für die Fänger. Aber nicht nur das… Sie spendeten zudem zusätzliches Material, das sie später umsonst an das Baseballteam verschicken würden.

Also luden wir am Donnerstag, 14. April, fünf Boxen voller Baseball-Zubehör in mein Auto, um es nach Sendai zu bringen. Als wir in Camp Moringo ankamen, trafen wir Pastor Matsuda und übergaben ihm die Ausrüstung. Ich beschloss, dem Trainer der Mannschaft noch ein besonderes persönliches Geschenk mitzugeben – mein Basecap der „2010 World Series Edition“ der Texas Rangers. Damit war unsere Arbeit getan. Wir haben durch die Gemeinde in Tohoku dazu beigetragen, dass Menschen in Tohoku Hilfe und Hoffnung erfahren.

Zwei Tage später, am 16. April, kam der Trainer der Jugendmannschaft von Onagawa zur Oasis Chapel, um die Ausrüstung abzuholen. Er hatte nur darum gebeten, Handschuhe und Schläger zu bekommen, und war überglücklich, viel mehr zu bekommen, als er sich hatte träumen lassen.

Der Trainer ist davon überzeugt, dass die Kinder, die so viel verloren haben, davon profitieren werden, wieder Baseball spielen zu können. Wir glauben, es war Gottes Fürsorge, dass eine Gemeinde in ihrer Nachbarschaft ihnen diese Freude bringen konnte, und wir vertrauen darauf, dass Gott daraus ewige Frucht wachsen lässt.

 

Artikel von David Sedlacek; Übersetzung: Andreas Gross, Liebenzeller Mission

 

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CRASH trifft sich mit japanischen Pastoren und Gemeindevorständen

 

Tokio, Japan 2. April 2011

Mehr als 150 japanische Pastoren und Kirchenvorsteher trafen sich am Freitagabend in Tokio mit CRASH und den Leitern von Evangelical Association Japan um eine Zusammenarbeit der japanischen Kirchen bei der Hilfe für von dem Erbeben geschädigte Gemeinden und Gemeinschaften, in die Wege zu leiten.

Es gab noch nie eine Katastrophe dieses Ausmaßes in Japan. Es war noch nie so nötig wie jetzt, einmütig zusammenzuarbeiten“ sagte Jonathan Wilson, Leiter von CRASH.

Viele Gruppen haben sich auf eigene Faust auf den Weg ins Katastrophengebiet gemacht um zu helfen. Das ist eine tolle Sache aber es ist schwer duchzuhalten. Manche Kirchen bekommen viel Hilfe, aber andere werden übersehen und vergessen. Wir wollen die bestmögliche Hilfe für alle Kirchen und den Menschen denen sie dienen, koordinieren.“

Das Treffen in Aoyama Gakuin wurde veranstaltet, um den Pastoren und Gemeindeleitern die Vision von CRASH, nämlich als Leib Christi dem Leib Christi zu helfen und durch den Leib Christi allen Menschen im sozialen Umfeld zu helfen, vorzustellen.

Viele Kirchen und christliche Organisationen kennen CRASH nicht und haben auch noch nie mit CRASH zu tun gehabt. Wir möchten ihnen wissen lassen, dass es die Absicht von CRASH ist ihnen in dieser Katastrophe und zu dieser Zeit zur Seite zu stehen“, fügte Wilson hinzu. „Unser Ziel ist es, dass Kirchen Liebe und Hoffnung mit ihrem sozialen Umfeld teilen indem sie praktische Hilfe leisten.“

In einem besonders kraftvollen Moment wurden an jeden Teilnehmer Gebetskärtchen mit den Namen der verschiedenen Kirchen aus der Tohoku Region ausgeteilt. Dann wurde in einer Gebetsgemeinschaft für jede einzelne Kirche gebetet.

CRASH war auf dem JEA Katastrophenhilfe Ausschuss anwesend. JEA unterstützt den Einsatz von CRASH und nahm an dem Treffen teil.

CRASH stellte auch ihre Möglichkeiten in der Rekrutierung von freiwilligen Helfern dar und gab Informationen über „Operation SAVE“ für Kinder und Seelsorge für Überlebende.

 

Übersetzung: Esther Stock, Marburger Mission

 

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Saat des Gebets   Erfahrungen einer freiwilligen Helferin

 

(Tokyo, 31.3.) Emi Arikawa erhielt von ihrer Gemeinde „Christliche Surfer Japan“ (CSJ) die Anfrage: „Möchtest du nicht bei CRASH Japan mithelfen?“ Zu dieser Zeit sorgte sie für ihre Familie in Yokohama, aber nach dieser Anfrage fuhr sie sofort nach Tokyo und wurde eine Mitarbeiterin bei CRASH Japan. Sie wusste zwar noch nicht, was sie tun konnte, aber sie wollte unbedingt den Menschen, die in so großer Not waren, helfen.

 

Frau Arikawa musste Ende März wieder nach Yokohama zurückkehren, aber bis dahin war sie in dem CRASH Japan Büro mit Öffentlichkeitsarbeit und Übersetzung von Artikeln beschäftigt. In dieser Zeit stellte ihr eine Familie aus Kanada ein Zimmer zur Verfügung, von dem sie in nur wenigen Minuten das Büro zu Fuß erreichen konnte.

 

Zur Zeit ist Frau Arikawa zwar nicht bei CRASH Japan beschäftigt, aber im Sommer möchte sie wieder mit anderen Gliedern ihrer Gemeinde bei CRASH Japan mitarbeiten. Sie plant auch, an dem „Seminar Hilfe für die Herzen“ teilzunehmen. Frau Arikawa ist Tierärztin und möchte gegebenenfalls auch ihr berufliches Können einsetzen, um den Tieren in Ost-Japan zu helfen.

 

Frau Arikawa hat gesehen, dass Menschen in der ganzen Welt für Japan beten, und sie fühlt auch ihre Verantwortung, Saatkörner des Gebets zu säen, zu bewässern und zu pflegen, damit die Menschen im Katastrophengebiet möglichst bald wieder zum normalen Leben zurückkehren können.

 

Über die Aktivitäten von CRASH Japan und wie Sie mithelfen können, informieren Sie sich bitte auf unserer Homepage.

 

Übersetzung aus dem Japanischen: Günther Wolke (Allianz-Mission Japan

 

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Aufruf zum Gebet!

 

Tokyo, Japan – 29.3.2011

Pastor Jim Peterson ist in Japan geboren und aufgewachsen. Nachdem der Tsunami einen großen Teil des Nordostens Japans zerstörte und wegschwemmte, wurden sein Herz und seine Hände mobilisiert, um seine Nachbarn im Norden zu erreichen. Peterson gehörte zu den ersten Crashteams, die das Katastrophengebiet betraten. Indem er sein eigenes Netzwerk von Beziehungen in dem betroffenen Gebiet nutze, konnte er nicht nur Hilfe bringen, sondern er nahm auch Gebetsanliegen aus den betroffenen Gebieten wieder mit zurück.

 

Ich denke, eines der größten Gebetsanliegen für Japan wird schon partiell erhört. Eines der größten Anliegen sei, dass die Kirchen in dieser Katastrophe zusammengeführt werden und zusammen arbeiten, sagte Peterson.

 

Crash Japan glaubt, dass das Gebet unbedingt notwendig ist, um durch die lokalen Gemeinden Hoffnung nach Japan zu bringen. Der Direktor Jonathan Wilson schrieb in seinem Artikel „How to pray, when disaster strikes“ – „Wie man betet, wenn uns Katastrophen treffen“: „Gebet steht immer an erster Stelle“ – bevor wir überhaupt versuchen unseren „kleinen Teil“ dazu zu tun, sollten wir sicher gehen „die großen Kanonen“ (Gott) angerufen zu haben.

 

Wie die Frühkirche in der Apostelgeschichte, wo die Gläubigen in Einmütigkeit beisammen waren und am Gebet festhielten. Dann hat der Heilige Geist in großartiger Weise gewirkt.“ Das sagte der Amerikanische Direktor von 24-7 Prayer International Jon Peterson. 24-7 Prayer International ruft dazu auf, das Gebet für Japan zu mobilisieren.

 

Auch Peterson wuchs in Japan auf. Seine Eltern waren Missionare, die mutig und in großer Treue ihren Dienst taten, obwohl sie keine Frucht sahen. Als Peterson gefragt wurde, ob er Hoffnung hätte, dass Gott sein Werk in Japan tun würde, leuchtete sein Gesicht auf: „Oh ja! Gott liebt Japan so sehr! Gott kann diese Katastrophe gebrauchen, um die Kirche zusammen zu ziehen, während wir uns im Gebet und Dienst vereinen.“

 

Zum Schluss forderte Peterson die weltweite Gemeinde auf, ihre Berufung zu leben, dass sie ein Haus des Gebets für alle Nationen sein kann.

 

Übersetzung: Erika Grabowski und Esther Stock, Marburger Mission

 

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