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Was ist mit meinem Sendai passiert?, 30.8.11 |
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Partnerschaft, 4.7.11 |
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Ein Bericht von Aliko Ban, 16.6.11 |
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Tische und Stühle für
Kinder, 10.6.11 |
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Es geht nicht nur um Tsunami, 23.5.11 |
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Arbeitsbericht nach zwei
Monaten, 18.5.11 |
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Der buddhistische Priester, 28.4.11 |
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CRASH trifft sich mit japanischen Pastoren
und Gemeindevorständen, 2.4.11 |
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Saat des Gebets, 31.3.11 |
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Aufruf zum Gebet, 29.3.11 |
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Eine Schüssel warmer Nudeln kann ein Anfang sein |
Von Kristina Bjorkman
Die Speisung der Fünftausend
bekommt eine völlig neue Bedeutung, wenn man damit beschäftigt ist, eintausend
Evakuierte aus Fukushima zu versorgen. Damals kostete es Jesus nur einige
Sekunden, doch heute brauchen 40 Freiwillige von CRASH Japan, der Grace Garden
Chapel und der Chuo Bible Church ganze 4 Stunden, um Schüsseln mit Nudelsuppe
vorzubereiten, damit die Evakuierten, die im Big Pallet Tagungszentrum in
Koriyama untergebracht sind, etwas anderes zum Mittagessen bekommen als Reis.
Dies ist das zweite Mal, dass
ich das Tagungszentrum besuche, das so plötzlich in eine Notunterkunft für mehr
als eintausend Menschen umgewandelt wurde. Ich muss das Gebäude nicht betreten,
um zu wissen, was mich im Inneren erwartet. Notdürftig zusammengebaute Häuser
aus Laken, Rohren und Pappe füllen die Gänge und erstrecken sich bis in das
Warenlager. Matratzen, Kissen und kostbare, aus den Trümmern geborgene
persönliche Gegenstände markieren Bereiche und erklären somit einen kleinen
Flecken Teppich oder Zementboden zu „meinem Eigentum“. Freiwillige Helfer wie
ich kommen und gehen durch diese befremdliche Notunterkunft, aber die Bewohner
bleiben. Sie haben keinen anderen Platz, an dem sie leben können.
Außerhalb des Gebäudes bilden
drei überdachte Zelte, drei kochende Suppenkessel und Reihen von Tischen unser
Einsatzgebiet. Ich arbeite, soviel ich kann, aber mit meinen geringen
Japanischkenntnissen fühle ich mich irgendwo in der Mitte zwischen Mitarbeit
und bloßem Beobachten. Und so arbeite und beobachte ich.
Als ich ein Nudel-Paket nach dem
anderen öffne, beobachte ich die Frauen, die mit den großen Suppentöpfen
beschäftigt sind. Ihre starken Arme schwingen riesige hölzerne Löffel, und
trotz ihrer Kopftücher fallen immer wieder Strähnen von schwarzem oder grauem
Haar auf ihre verschwitzten Gesichter. Der Dampf steigt auf aus der kochenden,
mit viel Gemüse, Fleisch und Nudeln angereicherten Brühe und trägt noch zu der
sowieso schon brennenden Hitze unter dem Vordach bei. Die Helfer formen Reihen
und reichen Schüsseln von Hand zu Hand, um auch die weit entfernten Tische mit
Suppenschüsseln zu versorgen. Schon bevor unsere „Türen“ sich um 11.30 Uhr
öffnen, bildet sich im begehrten Schatten der Bäume zur einen Seite eine
Schlage von Evakuierten.
Wir beeilen uns, unsere
Vorbereitungen abzuschließen, als sich die Reihe in Richtung Ausgabestelle
vorwärtsschiebt. Ich hebe meine Finger, um zu fragen, wie viele Schüsseln die
Einzelnen brauchen, und sie geben mir mit ihren Fingern die genaue Anzahl zu
verstehen: zwei, drei, fünf… Oder sie nehmen sich einfach die genaue Anzahl an
Stäbchen, die sie brauchen, und ich gebe ihnen die dazu passende Anzahl an
Schüsseln. Es mögen vielleicht nur Zahlen sein, nichts als verhutzelte Finger, die
mit einem freundlichen Lächeln für die sprachlich herausgeforderte Ausländerin
hochgehoben werden. Doch steht jeder Finger auch für einen Mund, der gefüllt
werden will und, was noch wichtiger ist, jeder Finger steht für eine Person,
die noch am Leben ist und die versucht, ihr Leben neu zu gestalten.
Die
Reihe kommt zum Stillstand, als frische Nudeln zubereitet werden. Einige von
uns beginnen damit, den in der Sonne Wartenden kalten Tee zu servieren. Meine
Gedanken wandern zu den Ufern Galiläas und zu den fünftausend hungrigen
Gesichtern - hungrig auf Brot, aber noch hungriger nach Leben – die sich um
einen einzelnen Zimmermann scharten und ihn um beides baten. In meiner
Vorstellung sind die Gesichter nicht jüdisch, sondern japanisch.
Siebenhundertdreißig ist die
Gesamtzahl in der Mitte des Nachmittags. Reste werden verpackt, um sie zur
Kirche zurückzubringen, Schüsseln werden ausgewaschen, Tische gewischt, Müll
eingesammelt. Trotz der Hitze und der Arbeit sind uns die Energie und die
strahlenden Gesichter erhalten geblieben und noch stärker geworden. Ein oder
zwei Menschen haben angehalten, um uns fürs Kochen zu danken und dafür, dass
wir ihnen etwas anderes als Reis zum Essen beschert haben. Das ist Belohnung
genug.
Jesus, wenn Du ein japanischer
Zimmermann gewesen wärst, hättest Du der Menge Reis und Schweinefleisch angeboten
anstatt Brot und Fisch?
Ich spreche ein stilles Gebet,
als wir Koriyama verlassen. Ich kann nicht anders als zu beten, als Bilder von
hungrigen Augen meine Gedanken füllen. Wir haben ihre Mägen gestillt, aber ich mache
mir Gedanken um ihre Herzen. Dann erinnere ich mich wieder an die Speisung der
5000. Als Jesus die Menge gespeist hat, kamen sie wieder zu ihm und baten ihn
um mehr, und er füllte ihre Herzen. Vielleicht kann eine einfache Schüssel
Nudelsuppe der richtige Anfang sein.
Übersetzung:
Rahel Gross, Liebenzeller Mission
Gedanken einer CRASH Japan Helferin die schon lange in
Japan lebt. Von Marisa Foxwell
Auf meiner ersten Fahrt nach Tohoku vor einem Monat,
stand ich an der Kaimauer, blickte über den Ozean, die Hände fest in die Seiten
gestemmt, atmete ich die Herbheit der salzigen Luft, die normalerweise
liebliche Erinnerungen in mir hervorruft. In vergangenen Jahren wäre ich mit
meinen Freunden die Kaimauer hinuntergeklettert, in Badeanzügen, lachend und
voller Freude über die Gemeinschaft. Ich würde hierher kommen und an einem der
Stände am Strand Kakigori (Eis mit Sirup) kaufen, oder mit meiner Familie am
Strand Muscheln sammeln. Doch dieses Mal, stand ich starr vor den peitschenden
Wellen, wissend, dass dieser Platz nie wieder derselbe sein wird. Ich wollte
dieses mächtige Wasser, in dem ich meine Sommer planschend verbrachte,
anschreien, weil es mich verraten hatte.
Ich
wusste, ich sollte nicht den Ozean anklagen, für den unbeschreiblichen Anblick
der Zerstörung die mich umgab. Aber welche Worte konnten diese Unruhe in meinem
Herzen beschreiben? Manchmal gibt es zu viele Worte und man hat doch nicht
genügend Worte oder gar keine.
Vor zwei Wochen fuhr ich zum CRASH Japan Sendai morigo Basislager
und arbeitete in Ishinomaki und Sendai zusammen mit vier anderen Mitarbeitern
aus dem Hauptquartier. Alle CRASH Mitarbeiter haben zahlreiche Zeitungsartikel
gelesen, so viele Bilder gesehen und unzählige Geschichten aus der nördlichen
Katastrophenregion gehört. Aber selbst monatelange Mitarbeit im Hauptquartier
in Tokio kann einen nicht auf die Realität der Verwüstung vorbereiten. Hier
leben enge Freunde von mir und ich liebte es hierher zu kommen, in wunderbarer
Kulisse die Sonne zu genießen, aber jetzt ist die Landschaft kaum mehr wieder
zu erkennen.
Was ist mit meinem Sendai passiert? Die Küste ist übersät
mir riesigen Überseecontainern, aufgeplatzt oder halb vergraben im
aufgewirbelten Wasser und Sand. Ganze Häuser sind von ihren Plätzen hochgehoben
worden und fielen an anderer Stelle als Haufen wieder herunter. Telefonmasten
und Wegweiser sind verbogen, verdreht und umgeknickt. Bürgersteige und Straßen
sind brüchig, aufgerissen und ganze Teile fehlen. Dort wo sonst elegant
geschwungene Kiefern mich grüßten, liegen jetzt Berge von zersplitterten
Stämmen. Die Häuserreihe entlang der Straße, die wir immer entlang gingen um zu
unserm Ferienhaus zu gelangen, besteht jetzt nur noch aus Fundamenten und
zerstückelten Dächern. Mein Freund, der Fischer erzählt mir, dass aus dieser
Häuserreihe zehn Menschen umgekommen sind, fünf davon waren seine Freunde oder
Familienangehörigen. Ich möchte aufblicken in den stillen blauen Himmel und
fragen: Warum?
In den letzten Wochen habe ich etliche Fahrten in die
Katastrophenregion unternommen, um mit verschiedenen Gruppen Hilfe zu leisten.
Es war spannend zu sehen, wie verschiedene Menschen zusammenarbeiteten,
Hilfestellung gaben, und allmählich ein Unterschied zu vorher sichtbar wurde
aber es frustriert mich immer noch, zu sehen, welch winzige Spuren jeder dieser
Einsätze auf dem großen Berg der Not hinterlassen haben. Manchmal fühle ich
mich so verloren in diesem Prozess und frage mich was ich überhaupt hier tue.
Dann denke ich an die Gesichter der Menschen, die ich in dieser Küstenstadt
Shichigahama bei Sendai lieb gewonnen habe, und an die Leute, die ich bei
meinen Besuchen in Tohoku in diesem Sommer getroffen habe. Ich sehe die
Gesichter derer, die ihr Heim verloren haben, sich in Reihen dahin schieben um
eine Mahlzeit abzuholen, und die Gesichter derer, die in ihren, mit Trümmern
gefüllten Reisfeldern schuften, in denen man vielleicht nie wieder Reis anbauen
kann. Ich sehe die Gesichter von Kindern, die Freunde und Familie verloren
haben und es dennoch schaffen mit mir zu rennen und zu lachen. Ich sehe Leute
auf Fahrrädern oder zu Fuß weite Strecken zurücklegen, weil ihre Autos
zusammengequetscht wurden wie Blechdosen. Ich denke an Ouchi san, dessen Haus
wir halfen aufzuräumen. Er ist ein Held in seiner Stadt, der die Leute vor dem
Tsunami gewarnt hat, und am Dach seines Lasters weggeschwemmt wurde, bis er es
doch noch schaffte, sich in Sicherheit zu bringen. Seine Frau und seine Töchter
leiden nun an Depressionen, während sie versuchen mit der Tragödie fertig zu werden
und ihr tägliches Leben wieder aufzunehmen. Lasst uns nicht den Mut verlieren,
lasst uns daran denken dass es
diese Menschen sind, für die wir kämpfen.
Das Land ist Unheil verheißend flach in Ishinomaki, wo
wir am ersten Tag unsers Trips arbeiteten. Das machte es für alle so schwer,
vor den kommenden Wassermassen zu flüchten. Deshalb sieht die Stadt auch aus,
als sei sie verschlungen und wieder ausgespuckt worden. Der Gestank von
verfaulten Fisch und Schlamm erfüllt die ganze Stadt, in der die Leute versuchen
ihren Alltag wieder aufzunehmen, trotz Verwüstung und Trauma. Einer meiner
Mitstreiter des Hilfseinsatzes, nannte es „ein kleines Stück Hölle“ und ich
kann mir nicht helfen, ich finde es auch schwer, in einem Ort wie diesem Gott
zu finden. Dennoch, durch diese Erfahrung hat Gott meinen Glauben erneuert, wie
er es noch nie zuvor getan hat. Er hat seine Treue bewiesen, ja seine Liebe, er
ist äußerst gegenwärtig inmitten dieses Schlammgeruchs, um diese depressiven
und schwermütigen Menschen zu erreichen.
Durch diesen Trip wurde meine Leidenschaft für die
Hilfseinsätze neu gestärkt. Ich kehrte ins CRASH Japan Hauptquartier zurück,
mit neuen Einblicken und Motivation,
ein Teil der Operation zu sein, das Leben dieser Menschen zu bessern und
ihnen Hoffnung zu vermitteln, nach der sie sich verzweifelt sehnen. Statt mich
in meiner Trauer zu lähmen, hat dieser letzte Einsatz mich motiviert, das ganze
Bild im Blick zu behalten und als ein Teil von Christi Leib, der sich in CRASH
Japan äußert, weiterzuarbeiten. Ich habe bei all meinen Trips Fortschritte
gesehen, die gemacht wurden und ich trage die Hoffnung in mir, dass die Sonne
über Japans Dunkelheit aufgehen wird. Und was noch wichtiger ist, unser Sohn,
Jesus ist schon auferstanden. Er hat bereits die Welt mit all ihren Sorgen
überwunden. Ganz egal ob Sie finanzielle Unterstützer sind, im Hauptquartier
mitarbeiten, Tag für Tag in Japan leben oder Japan mit Gebeten überschütten,
denken Sie immer daran, wofür Sie kämpfen.
Ich weiß, ich bin nur eine weitere Person, die das Chaos
beschreibt, aber lassen Sie sich doch darauf ein mit mir durch die
Trümmerhaufen zu kriechen, die ich früher meine Heimat genannt habe und die für
meine Freunde in Sendai als tägliche Realität bestehen bleiben. Bitte, bitte
beten Sie mit mir für dieses Land und die Wiederaufbauarbeiten und lasst uns
als ein Licht leuchten für ein leidendes Volk.
Marisa besucht das Wheaton College in Illinois USA. Sie
machte 2009 ihren Schulabschluss an der Christian Academy Japan (CAJ)
Übersetzung:
Esther Stock, Marburger Mission
Von Benjamin Summers
Ich habe schon einmal im Fotogeschäft Bilder per Software
gereinigt, aber eine Foto-Restaurierung wie diese habe ich noch nie gemacht.
Es war am Mittwoch, 6. Juli, unser Team, das vor allem
aus Leuten von New Jersey besteht und im CRASH Basislager in der Nähe von
Ichinosaki stationiert ist, hatte einen Arbeitsauftrag im nahe gelegen
Kesenuma.
Als wir im Gemeinschaftszentrum für freiwillige Helfer
eintrafen, stellten wir fest, dass auch viele Japaner da waren, in
Arbeitskleidung und bereit für körperliche Arbeit, gerade so wie wir. Es
stellte sich heraus, das wir an diesem Tag unsere Gummistiefel nicht unbedingt
gebraucht hätten, da wir für ein Projekt in Kesenuma-shi Karakuwa Taiikukan,
einer großen Mehrzweckhalle, eingeteilt waren.
In dem Raum standen Boxen über Boxen mit persönlichen
Erinnerungsstücken v. a. Photoalben, aber auch andere lose Fotos, Jahrbücher
von Schulen, Pokale uvm. Alles Dinge, die vom Tsunami weggeschwemmt wurden,
aber später wieder gefunden wurden. Der Arbeitsauftrag für die Freiwilligen
war, die Dinge so gut es ging zu reinigen und im Fall von losen Fotos, diese in
neue Albums zu kleben. Alles in der Hoffnung, dass vielleicht jemand kommen
würde und diese verlorenen Erinnerungen für sich beansprucht.
Eine der japanischen Helferinnen, die wir in der Halle
trafen, fragte im Spaß ob einer
vielleicht aus Hawaii käme, denn ihre ganze Habe sei fortgespült worden
und ist nun vielleicht auf halber Strecke über den Pazifik. Es wurde nichts von
dem Schmerz gesagt, der hinter dieser humorvollen Äußerung verborgen war. Zum
Glück haben alle ihre Familienmitglieder überlebt, aber sie hat bei dieser
Fotosäuberungsaktion auch deshalb mitgeholfen, um die Augen offen zu halten für
Bilder, die einst ihr gehört haben.
Es war sehr eigenartig, Andenken Anderer durch zu sehen.
Ein Bild nach dem andern von absolut fremden Personen - wertvolle
Erinnerungstücke wichtiger Lebensabschnitte von jemand anderes. Unersetzbare
Hochzeitsbilder, Schnappschüsse von Babys, Schul Porträts - sie mögen nicht
ganz unbeschadet durch den Tsunami gekommen sein, aber immerhin sind sie nicht
völlig untergegangen.
Zeitweise habe ich darüber nachgedacht, dass all meine
geliebten Besitztümer, Gitarren, Bücher, elektronische Geräte oder was auch
immer – in den meisten Fällen wieder gekauft werden könnte, falls irgendetwas
mit ihnen geschehen würde. Aber das gilt nicht für private Videos oder
Fotoalben.
Nein, dieser Arbeitsauftrag war körperlich nicht
besonders anstrengend und es war kein Job den ich erwartet hätte, als ich mich
bei CRASH Japan gemeldet habe. Aber ich wusste, das war eine Maßnahme um
jemanden in den Nachwirkungen einer Notlage, die niemals vergessen wird, zu
helfen Souvenirs zurückzubekommen, die er für immer wertschätzen wird.
Übersetzung:
Esther Stock, Marburger Mission
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Partnerschaft
zur Unterstützung von Pastorenfamilien aus Tohoku |
Nach
einem Bericht von John Houlette
„Danke
Herr für dieses Essen und bitte hilf den Familien der Menschen, die von Tsunami
fortgespült wurden. Amen.“, betete der Sohn eines Pastors im Vorschulalter bei
der Pastoren Freizeit in vom 16. -17. Juni in Iwate.
Er war mit seinen Eltern im Morikokaze Hotel in einem
Vorort von Morioka und dieses einfache Gebetsanliegen fasste die tiefsten Gefühle
der Pastorenfamilien, die in Tokhoku in der Erdbebenhilfe tätig sind, zusammen.
Eine identische Freizeit wurde vom 13.-14. Juni in Sendai im Zuiho Hotel, bei
den heißen Quellen von Akiyu abgehalten. Pastoren und Mitarbeiter
zusammengezählt, haben an beiden Freizeiten insgesamt über 70 Personen teilgenommen.
Aber die unausgesprochene Realität war, dass jede
Pastorenfamilie die an den Freizeiten teilnahm, für drei Monate nonstop in
einem gewissen Grad für Katastrophenüberlebende gesorgt und geholfen hat, obwohl
die meisten selbst Überlebende waren. Sie selbst brauchen Hilfe als
Hinterbliebene und diese Freizeiten waren dafür ausgelegt.
Beide Freizeiten waren 24 Stunden Events, hauptsächlich
in Kleingruppen augeteilt, mit Austausch von persönlichen Erlebnissen und
Gesprächen mit Dr. John Dorlus, Präsident des STEP Seminars in Haiti, der von
seinen Erfahrungen bei dem Erdbeben in Haiti 2010 berichtete und Thomas Kim,
Geschäftsführer von Churches Helping Churches (CHC) (zu dt. Kirchen helfen
Kirchen). Der zwanglose Programmablauf, tolles Essen und die Zeit in den heißen
Quellen begünstigten den offenen und ehrlichen Austausch, begleitet von Lachen,
Tränen und Gebeten. Die Pastoren erhielten eine Geschenktüte, die von den CRASH
Mitarbeitern zusammengestellt wurde, mit Büchern, Handcreme, selbst gemachte
Marmelade, Tees und Unterlagen für Seelsorge.
Genauso wie die Teilnehmer der Freizeiten eine große
Bandbreite an Kirchen darstellten, repräsentierten die Sponsoren auch viele
verschiedene christliche Einrichtungen. Sehr bald nach dem Erdbeben war CRASH
Japan behilflich, die Amerikanische Churches Helping Churches Organisation mit
den Kirchen in Tohoku in Verbindung zu bringen. Ein Ergebnis davon ist, dass
CHC dieses „Kirche zu Kirche“ Projekt organisierte. CRASH Japan war sehr
erfreut, zusammen mit Alpha Japan, Asian Access, The Billy Graham Evangelisic
Acessiosaton, JCGI Network, Kakudai Institut for Missions und Tree Stream
Ministies diese Aktion zu sponsern.
Der Geist des Zusammenarbeitens zeigt in diesem gemeinsamen
Unternehmen, das Herz von CRASH Japan und den Kern ihres Auftrags und
Wertsetzung: Die lokalen Kirchen in ihren Fähigkeiten zu unterstützen, damit
sie die Liebe Jesu in ihrem sozialen Umfeld weitergeben können, in
Partnerschaft mit andern christlichen Einrichtungen.
You too, can support local churches
in ministry in the Tohoku area by volunteering with CRASH. The need is great
and the opportunities are varied. Would you be able to serve at a base camp?
Would you be able to serve at headquarters?
Übersetzung: Esther Stock, Marburger
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Ein Bericht von Aliko Ban |
In der letzten Woche fuhr unser ganzes Team von 14
Personen vom Basislager Morigo an der Küste nordwärts zu einer Stadt namens Ischinomaki.
Eine kleine Kirche (10 Personen!) brauchte Hilfe bei der Organisation und
Vorbereitung der Verteilung von Hilfsgütern an Opfer der Katastrophe. Den
Donnerstag brauchten wir um zu sortieren und aufzubauen - etliche Zimmer und
der Flur waren vom Boden bis zur Decke mit Kartons voll gestopft. Wir halfen
dabei, in einem großen Raum so etwas wie einen „Laden“ aufzubauen, mit
verschieden Bereichen für Konserven, Getränke, Toilettenartikel, Schulbedarf,
Unterwäsche, ..ect. Wenn der „Laden“ öffnet, darf ein „Käufer“ nach dem anderen
hereinkommen und sich 7 Dinge nehmen. Ich habe die Tochter des Pastors gefragt,
warum es gerade 7 Dinge sind, und sie erzähle mir, dass es zu Beginn 15 Dinge
waren, dann 10, aber es hat zu lange gedauert bis die Leute wussten was sie
nehmen wollen. Und weniger Leute konnten „einkaufen“. So haben sie es auf 7 Dinge festegelegt
und nur 6 Personen gleichzeitig im Raum, das ist die effektivste Regelung,
viele Personen durchzuschleusen. Sie finden es auch gut, den „Käufern“ die Entscheidung selbst zu überlassen,
was sie wirklich brauchen.
In der Umgebung wurden Schilder aufgestellt, dass das
„Geschäft“ am Freitag Mittag öffnen würde. Können sie sich vorstellen, dass um
5 Uhr morgens die ersten Leute kamen um sich anzustellen!? Viele kamen aus der
Nachbarschaft, aber viele kamen 20–30 min mit dem Fahrrad angefahren. Die
Warteschlange wand sich durch die Straßen und alle waren sehr diszipliniert und
warteten geduldig. Mein Arbeitsauftrag war, den Wartenden kalten Tee anzubieten
und mit den Leuten zu reden. Da es ein sehr sonniger und warmer Tag war und es
für die meisten noch eine ganz Weile anzustellen galt, war es nicht schwer,
Abnehmer für den Tee zu finden. Darüber hinaus konnte ich auch etliche
Gespräche führen. CRASH trainiert uns, sehr respektvoll zuzuhören, wenn wir mit
Katastrophenopfer sprechen. Wir halten uns immer vor Augen, dass sie
schreckliche Ereignisse durchlebt haben und es gilt sehr sensibel zu sein, da
die Wahrscheinlichkeit groß ist dass sie nahe stehende, liebe Menschen und /
oder ihr Zuhause verloren haben. Wir fordern niemanden direkt heraus, von
seinen Erlebnissen zu erzählen, aber wenn man offen ist, zuzuhören, dann
erzählen sie frei heraus, wie wenn sie darauf gewartet hätten, vielleicht ist
das ein Stück weit Aufarbeitung. CRASH nennt die „kokoro no care“ ( Pflege des
Herzens). Nachdem die ersten Bedürfnisse nach Unterkunft, Verpflegung und
elementaren Gütern gestillt sind, ist diese Art der seelischen Hilfe das
nächste Stadium der Unterstützung.
Die erste Frau mit der ich sprach erzählte mir, dass sie
durch die Fluten zu einem sicheren Platz schwimmen musste. Sie fand ein Haus,
in dem schon andere Leute Schutz gesucht hatten und mit acht, für sie völlig
fremden Personen lebte sie zusammengedrängt für 4 Tage von nur einer großen
Wasserflasche und einem Apfel. Inzwischen lebt sie in einer Massenunterkunft,
aber an diesem Morgen war sie schon zum Rathaus gegangen um bei der Verlosung
von Übergangshäusern dabei zu sein. Dieses Mal war sie nicht dabei und sie denkt,
sie wird wohl eher eine der letzen sein, die ein solches Containerhaus bekommt,
denn sie ist Single.
Ein anderer Mann, Herr Yamaguchi hatte gehört, wie ich
jemand erzählte, dass ich von Hawaii komme und er begann eifrig mir von seiner
Reise nach Honolulu vor etlichen Jahren zu erzählen. Dann erzählte er mir seine
Katastrophen Geschichte. Er war gerade auf dem Heimweg mit dem Shinkansen
Schnellzug von Tokio als das Erbeben geschah. Der Zug stoppe und der Strom fiel
aus, so dass sich jeder um seinen eigenen Heimweg kümmern musste, aber der
Tsunami hatte viele Straße in Tokoku wegegschwemmt. Er schaffte es bis in seine
Heimatstadt in Kanagawa (südl. von Tokio Anm. d. Übersetzers) zu kommen und
blieb dort für einen Woche, bis er jemanden fand, der ihn mit nach Ishinomaki
nahm. Die ganze Zeit über hatte er keinen Kontakt zu seiner Frau und seinem
Kind und wusste nicht ob sie noch am Leben waren. Schließlich bekam er einen
Anruf von einem Freund, der ihm erzählte sie haben eine Notiz in einer
Unterkunft gesehen, welche besagte, dass seine Frau und sein Kind wohlauf und
bei Freuden untergekommen sind! Er brachte viele Vorräte von Tokio mit und ist
nun wieder mit seiner Familie vereint.
Ich habe keine Bilder von diesem Tag, denn eine andere
Art seinen Respekt zu zeigen ist, die Katastrophenopfer nicht um jeden Preis zu
fotografieren. Das ist ihre Nach-Katastrophen Realität und nicht eine Touristen
Attraktion, oder etwas das sie gerne im Gedächtnis behalten wollen. Es war ein
Schlüsselerlebnis, zu sehen wie die Leute im „Geschäft“ immer noch so elementare Dinge wie
Toilettenpapier oder Socken aussuchen. Es ist noch ein langer Weg der Hilfe,
bis die Leute in Tohoku in eine annähernd normale Lebenssituation zurück sind.
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Tische
und Stühle für Kinder |
Als
OMF/ÜMG-Missionar John Elliott (Aomori, Nord-Honshu) begann, kleine Tische und
Stühle für die Kinder in den Evakuierungszentren herzustellen, konnte er nicht ahnen,
dass die Erwachsenen auch Interesse daran hatten.
Am 24. Mai bereiteten wir 12 Tische (ohne angeschraubte
Beine) und Stühle für die Lieferung in ein Evakuierungszentrum in der Nähe der
Stadt Rikuzentaka vor. Wir sägten auch Holz für 10 Tisch- und Stuhl-Bausätze
vor, in der Hoffnung, einige der Bewohner im Zentrum beim Zusammenbau zu
beteiligen. Der Plan war, Bausätze herzustellen, welche die Bewohner selber
fertigstellen können, damit diese in ihrer Zeit in den Zentren etwas sinnvolles
zu tun haben.
Wir fanden schnell Hilfe beim Befestigen der Tischbeine.
Danach erklärte John die Bausätze
und bat Freiwillige, um diese zusammenzusetzen. Bald waren alle Tische, die wir
vorbereitet hatten, fertig.
Die Tische sind sehr einfach zu montieren, die Stühle
jedoch sind schwieriger und erfordern Teamarbeit. Als ein Stuhl zusammengebaut
wurde, bemerkte ich einen Mann, der sich zurückhielt, aber offensichtlich
Interesse hatte. Sein Gesicht spiegelte Traurigkeit. Was er beobachtete schien
ihn an etwas zu erinnern, was er verloren hatte.
Unsere Bemühungen, diesen Mann an der Arbeit zu
beteiligen, blieben zunächst fruchtlos. Als John den zweiten Stuhl begann, bat
er den Mann wieder, mitzuhelfen. Erneut zog sich der Mann zurück. John jedoch
reichte ihm einfach einen Hammer und deutete an: "Hier, nimm ihn. Wir
werden jetzt gemeinsam einen Stuhl bauen!”
Als der Mann den Hammer nahm,
blickte er diesen fast liebevoll an. John dachte: "Ich wette, dieser Mann
ist ein Schreiner!" Es wurde bald klar, dass er sich mit Werkzeug und
Material auskannte! Es wurde auch deutlich, dass er große Freude an seiner
Arbeit hatte - er konnte das Lächeln nicht verbergen!
Die beiden arbeiteten sorgfältig zusammen, maßen nach,
markierten, bohrten die Löcher vor und verleimten die Teile. Der Mann war
glücklich, als der erste Stuhl fertig war. Er nahm den nächsten Bausatz,
begann, daran zu arbeiten und schloss die Arbeit mit einem breiten Lächeln und
dem Applaus der Umstehenden ab.
Während der Arbeit am zweiten Stuhl bemerkte John, dass
eine Dame ein Bild nach dem anderen von diesem Mann machte. Warum nur von ihm?
John war mit einem anderen Freiwilligen mit einem Stuhl beschäftigt, von diesem
Helfer wurden aber keine Bilder gemacht. Nach einer Weile setzte er sich neben
die Dame und bemerkte: "Er scheint sehr glücklich zu sein.” Sie
antwortete: “Ja, er ist glücklich. Vor dem Tsumami war er ein Schreiner. Dieser
Herr ist mein Vater. "
Als der zweite Stuhl fertig war, nahm er einen weiteren
Bausatz, packte seine Tochter an der Hand und zog sie in den “Arbeitsbereich”.
Er erklärte ihr die einzelnen Schritte - zeigte, wie man den Bohrer gerade hält
um saubere Löcher zu bohren, wie man die maximale Leistung aus der Bohrmaschine
holt, wie man den Hammer hält, um sie gerade ins Holz zu jagen. Auch dieser
Stuhl war viel zu schnell fertig, aber die Tochter war glücklich und ihr Vater
grinste über das ganze Gesicht.
Dieses Erlebnis ist eine gute Illustration zu Sprüche
12,14: “Wer Gutes sagt, lebt auch gut davon; wer Gutes tut, dem bringt es etwas
ein.” (GN)
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Es geht nicht nur um Tsunami |
Crash-Mitarbeiter helfen im „Asian Rural Institute“
Das auf einer 6 Hektar großen Farm in hügliger Landschaft
in der Tochigi-Präfektur gelegene „Asian Rural Institut“ (ARI) ist ein
christlicher Dienst, der jährlich Trainingsprogramme für Leiter von
Landgemeinden aus Asien, Afrika und dem Pazifik durchführt. Diese
Programme wurzeln in der Liebe Jesu
und konzentrieren sich darauf, nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken durch
ökologische Landwirtschaft, Gemeinschaftsförderung und Leiterschaftstraining zu
fördern.
Wegen der Schäden an den Farmanlagen aufgrund des
Erdbebens vom 11. März und der darauf folgenden Nachbeben musste das diesjährige
Trainingsprogramm nach Machida / Tokyo verlegt werden. Zudem widerriefen die
meisten der freiwilligen Helfer aus dem Ausland ihre Teilnahme aus Angst vor
der Strahlung des zerstörten Fukushima Daiichi Kernreaktors, der sich in 110 km
Entfernung des ARI befindet.
Im Moment hilft eine Gruppe von CRASH-Freiwilligen dabei,
die Farm in der Tochigi-Präfektur am Laufen zu halten, indem sie Reparaturen
und Säuberungsmaßnahmen durchführen und sich um die Kühe, Schweine und Hühner
kümmern. Es gibt jedoch Bedarf an weiteren Freiwilligen, da die Reparatur der
Schäden auf der Farm sowie der alltägliche Betrieb gleichzeitig abgedeckt
werden muss.
CHRASH versucht, diesem Bedarf zu entsprechen, indem sie
immer wieder Freiwillige in diese Arbeit schickt. In nächster Zukunft plant
CHRASH außerdem, ein Projekt zu starten, das es einigen der Evakuierten aus der
Krisenregion, die ihre eigenen Farmen verloren haben, ermöglicht, auf der ARI
Farm zu arbeiten.
Übersetzung:
Andreas Groß
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Arbeitsbereicht nach zwei Monaten |
Seit dem 11. März 2011: Es wurden 5 Basislager
eingerichtet, 135 Tonnen Hilfsgüter verteilt und 300 freiwillige Helfer
brachten sich ein.
Higashi Kurume, Japan. CRASH Japan, eine christliche Katastrophenhilfsorganisation
veröffentlichte heute ihren Zwei-Monats-Arbeits-und Spendenbericht; darin ist
der Einsatz aufgeführt, der dem massiven Erdbeben und dem Tsunami, der am 11.
März 2011 Nord-Ost Japan heimgesucht hat, gefolgt ist.
Gleich nach dem Erbeben begann CRASH Japan lebenswichtige
Hilfsgüter zu verteilen, wie z.B. Wasser, Lebensmittel, Windeln, Babynahrung,
Hygieneprodukte für Frauen, Decken und Kissen. In den darauf folgenden zwei
Monaten haben mehr als 300 freiwillige Helfer insgesamt 14.000 Stunden
gearbeitet, um Hilfe und Hoffnung nach Tohoku zu bringen. Dieser Einsatz
beinhaltet anfängliche Begutachtungen zum Feststellen der Bedürfnisse der Opfer
und die Verteilung von über 135 Tonnen materiellen Hilfsgütern.
Mit dem Blick nach vorne, hat CRASH Japan fünf lokale
Basislager eingerichtet, die nicht nur Soforthilfe nach dem Beben leisten
sondern ihren Focus auf Hilfe beim Wiederaufbau und Seelsorge für Überlebende
erweitern werden. Diese Programme beinhalten, Ausrüstungen für den Neustart,
Hilfen zur Traumabewältigung wie z.B. Tagebücher und Seelsorge für Überlebende,
inkl. Programmen, die extra dafür entwickelt wurden, Kindern zu helfen, mit
ihren seelischen Verletzungen umzugehen.
Mit dem heutigen Arbeitsbericht legt CRASH Japan ihre
zukünftigen Pläne dar: die Leistungsfähigkeit der freiwilligen Basislager zu
steigern, um das Netzwerk der Betreuung von Opfern weiter auszudehnen, damit
die körperlichen, seelischen und geistlichen Nöte auf einer lokalen Ebene
gelindert werden können. Dieser Plan beinhaltet beides, das Netzwerk der
japanischen und der internationalen freiwilligen Helfer, die weiterarbeiten
werden, um den Neuanfang in den von der Katastrophe heimgesuchten Gebieten zu
unterstützen.
Den Link zu dem kompletten Bericht finden Sie hier.
Übersetzung:
Esther Stock, Marburger Mission
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Der buddhistische Priester |
„Vielleicht sollte
ich ein Pfarrer werden!“, sagte der buddhistische Priester.
Als Tim Cole, der selbst als Missionarskind in Japan
aufgewachsen war, auf einer Erkundungsfahrt für CRASH 100 Leute fand, die in
einem buddhistischen Tempel in Onagawa Zuflucht gefunden hatten, war der
Priester zunächst sehr zögerliche jegliche Hilfe anzunehmen. Aber im Gespräch
stellte sich heraus, dass der Priester den gleichen Kindergarten besucht hatte
wie Cole, als er noch ein Kind war.
Als die Frau des Priesters hörte, dass Cole und die bei
ihm waren, christliche Pastoren sind, sagte sie zu ihrem Mann: „Du solltest sie bitten dir
beizubringen, wie man wirkungsvolle Predigten hält.“ Nachdem sie ihn ein
bisschen bedauerten, wie schwer es doch ist, Woche für Woche interessante
Themen vorzubereiten, schlug eine Person aus Coles Team vor: „Wenn du über die
Bibel spricht, macht das einen großen Unterschied.“ Der Priester dachte, das
sei ein interessanter Vorschlag.
Durch diese Beziehungen, die gerade aufgebaut wurden, war
es Coles Team möglich Nahrungsmittel und Jacken abzugeben und zu fragen, was
sonst noch benötigt wird. Die evakuierten Personen baten vor allem um
Gummistiefel.
Auf seiner nächsten Fahrt nach Onagawa achtete Cole
besonders darauf, dass er ausreichend Reisetaschen und Gummistiefel dabei
hatte. Seine Frau Katie hatte auch Dosen mit selbstgebackenem Brot und Keksen
dabei und während sie sie austeilte, kam die Frau des Priesters und stellte
sich vor.
Hier Katies eigene Worte:
Sie wurde ganz lebhaft als ich ihr erzählte, dass Tim und
ich uns in Karuizawa kennen gelernt haben. Sie erzählte, dass sie viele gute
Erinnerungen an Karuizawa hat, weil ihre Großeltern Christen sind und sie immer
zu christlichen Sommerfreizeiten ins Megumi chalet (christliches Freizeitheim)
mitnahmen. Natürlich sprudelten ab diesem Zeitpunkt die Worte nur so aus ihr
heraus und unter anderem sagte sie: „Vielleicht sollte ich meine Bibel
hervorholen und wieder anfangen darin zu lesen.“
Ich fragte, ob
ein Leben nicht ganz anders ist, wenn man 80 Personen in der„Familie“ hat statt
fünf. Sie lachte und sagte es sei gut so – ihr Mann hätte sich so etwas schon
immer gewünscht und gehofft, dass es eines Tages eintrifft. Er hat ihr gesagt,
er würde gerne irgendein Programm anbieten, damit Leute in den Tempel kommen…aber
er dachte nicht daran, dass ein Erdbeben oder ein Tsunami so etwas geschehen
lassen. Es sagte sogar im Spaß: „Vielleicht sollte ich ein Pastor werden!“ Ich
kann nicht anders als gespannt zu sein, was Gott dort tut und auch in Zukunft
noch tun wird. Ist es möglich, zu hoffen, dass Gott die ganze kleine „Herde“
die dort in einem buddhistischen Tempel campiert, zu sich zieht und sie in Ihm
Errettung finden?
Übersetzung:
Esther Stock, Marburger Mission
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Facebook-Eintrag
beschert zwei Baseball-Mannschaften eine neue Ausrüstung |
Am 11. März 2011 verloren 25 der 30 Mitglieder der
Jugendmannschaft des Baseballvereins in Onagawa ihr Zuhause durch den Tsunami.
Doch nicht nur ihr Zuhause, auch ihre gesamte Baseballausrüstung wurde vom
Tsunami fortgeschwemmt.
In der nahegelegenen
Stadt Rifu rief der Freund eines Trainers der Baseball-Mannschaft die Oasis
Chapel an und bat um Hilfe. Könnte die Kirche der Baseballmannschaft neue
Schläger und Handschuhe besorgen? Pastor Makito Matsuda postete die Anfrage auf
seiner Facebookseite.
Pastor Matsuda hatte
einen neuen Freund auf Facebook – Yoshi Ehara, einer der ehrenamtlichen Helfer
von CHRASH, der die Vorbereitungen zur Anmietung von Camp Morino als
CHRASH-Gebietsbasis von der Oasis Chapel getroffen hatte.
Ehara las die Mitteilung
auf Facebook und schrieb mir, ob wir in diesem Fall nicht etwas unternehmen
könnten. Die Logistikabteilung von CHRASH war zwar sehr eingespannt mit der
Koordination von Containerladungen mit Hilfsgütern, der Anmietung von
Fahrzeugen, der Beschaffung eines Lagerhauses, etc. - doch dies war eine
konkrete Anfrage, auf die wir unbedingt reagieren wollten.
Wir begannen, uns in
Tokio nach Baseball-Zubehör umzusehen, um zwei Baseballmannschaften damit
auszurüsten. Bald fanden wir einen Baseball-Fabrikverkauf, der bereit war, uns
einen immensen Rabatt auf die Grundausstattung zu geben – zehn Schläger,
fünfzig Bälle, drei große Kartons Handschuhe und die komplette Ausrüstung für
die Fänger. Aber nicht nur das… Sie spendeten zudem zusätzliches Material, das
sie später umsonst an das Baseballteam verschicken würden.
Also luden wir am
Donnerstag, 14. April, fünf Boxen voller Baseball-Zubehör in mein Auto, um es
nach Sendai zu bringen. Als wir in Camp Moringo ankamen, trafen wir Pastor
Matsuda und übergaben ihm die Ausrüstung. Ich beschloss, dem Trainer der
Mannschaft noch ein besonderes persönliches Geschenk mitzugeben – mein Basecap
der „2010 World Series Edition“ der Texas Rangers. Damit war unsere Arbeit
getan. Wir haben durch die Gemeinde in Tohoku dazu beigetragen, dass Menschen
in Tohoku Hilfe und Hoffnung erfahren.
Zwei Tage später, am 16.
April, kam der Trainer der Jugendmannschaft von Onagawa zur Oasis Chapel, um
die Ausrüstung abzuholen. Er hatte nur darum gebeten, Handschuhe und Schläger
zu bekommen, und war überglücklich, viel mehr zu bekommen, als er sich hatte
träumen lassen.
Der Trainer ist davon überzeugt, dass die Kinder, die so
viel verloren haben, davon profitieren werden, wieder Baseball spielen zu
können. Wir glauben, es war Gottes Fürsorge, dass eine Gemeinde in ihrer
Nachbarschaft ihnen diese Freude bringen konnte, und wir vertrauen darauf, dass
Gott daraus ewige Frucht wachsen lässt.
Artikel
von David Sedlacek; Übersetzung: Andreas Gross, Liebenzeller Mission
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CRASH
trifft sich mit
japanischen Pastoren und Gemeindevorständen |
Tokio, Japan 2. April 2011
Mehr als 150 japanische Pastoren
und Kirchenvorsteher trafen sich am Freitagabend in Tokio mit CRASH und den
Leitern von Evangelical Association Japan um eine Zusammenarbeit der
japanischen Kirchen bei der Hilfe für von dem Erbeben geschädigte Gemeinden und
Gemeinschaften, in die Wege zu leiten.
„Es gab
noch nie eine Katastrophe dieses Ausmaßes in Japan. Es war noch nie so nötig
wie jetzt, einmütig zusammenzuarbeiten“ sagte Jonathan Wilson, Leiter von
CRASH.
„Viele
Gruppen haben sich auf eigene Faust auf den Weg ins Katastrophengebiet gemacht
um zu helfen. Das ist eine tolle Sache aber es ist schwer duchzuhalten. Manche
Kirchen bekommen viel Hilfe, aber andere werden übersehen und vergessen. Wir
wollen die bestmögliche Hilfe für alle Kirchen und den Menschen denen sie
dienen, koordinieren.“
Das Treffen in Aoyama
Gakuin wurde veranstaltet, um den Pastoren und Gemeindeleitern die Vision von
CRASH, nämlich als Leib Christi dem Leib Christi zu helfen und durch den Leib
Christi allen Menschen im sozialen Umfeld zu helfen, vorzustellen.
„Viele
Kirchen und christliche Organisationen kennen CRASH nicht und haben auch noch
nie mit CRASH zu tun gehabt. Wir möchten ihnen wissen lassen, dass es die
Absicht von CRASH ist ihnen in dieser Katastrophe und zu dieser Zeit zur Seite
zu stehen“, fügte Wilson hinzu. „Unser Ziel ist es, dass Kirchen Liebe und
Hoffnung mit ihrem sozialen Umfeld teilen indem sie praktische Hilfe leisten.“
In einem besonders
kraftvollen Moment wurden an jeden Teilnehmer Gebetskärtchen mit den Namen der
verschiedenen Kirchen aus der Tohoku Region ausgeteilt. Dann wurde in einer
Gebetsgemeinschaft für jede einzelne Kirche gebetet.
CRASH war auf dem JEA
Katastrophenhilfe Ausschuss anwesend. JEA unterstützt den Einsatz von CRASH und
nahm an dem Treffen teil.
CRASH stellte auch ihre
Möglichkeiten in der Rekrutierung von freiwilligen Helfern dar und gab
Informationen über „Operation SAVE“ für Kinder und Seelsorge für Überlebende.
Übersetzung:
Esther Stock, Marburger Mission
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Saat des Gebets Erfahrungen einer freiwilligen
Helferin |
(Tokyo,
31.3.) Emi Arikawa erhielt von ihrer Gemeinde „Christliche Surfer Japan“ (CSJ)
die Anfrage: „Möchtest du nicht bei CRASH Japan mithelfen?“ Zu dieser Zeit
sorgte sie für ihre Familie in Yokohama, aber nach dieser Anfrage fuhr sie
sofort nach Tokyo und wurde eine Mitarbeiterin bei CRASH Japan. Sie wusste zwar
noch nicht, was sie tun konnte, aber sie wollte unbedingt den Menschen, die in
so großer Not waren, helfen.
Frau Arikawa musste Ende März wieder nach Yokohama
zurückkehren, aber bis dahin war sie in dem CRASH Japan Büro mit
Öffentlichkeitsarbeit und Übersetzung von Artikeln beschäftigt. In dieser Zeit
stellte ihr eine Familie aus Kanada ein Zimmer zur Verfügung, von dem sie in
nur wenigen Minuten das Büro zu Fuß erreichen konnte.
Zur Zeit ist Frau Arikawa zwar nicht bei CRASH Japan
beschäftigt, aber im Sommer möchte sie wieder mit anderen Gliedern ihrer
Gemeinde bei CRASH Japan mitarbeiten. Sie plant auch, an dem „Seminar Hilfe für
die Herzen“ teilzunehmen. Frau Arikawa ist Tierärztin und möchte gegebenenfalls
auch ihr berufliches Können einsetzen, um den Tieren in Ost-Japan zu helfen.
Frau Arikawa hat gesehen, dass Menschen in der ganzen
Welt für Japan beten, und sie fühlt auch ihre Verantwortung, Saatkörner des
Gebets zu säen, zu bewässern und zu pflegen, damit die Menschen im
Katastrophengebiet möglichst bald wieder zum normalen Leben zurückkehren
können.
Über die Aktivitäten von CRASH Japan und wie Sie
mithelfen können, informieren Sie sich bitte auf unserer Homepage.
Übersetzung aus
dem Japanischen: Günther Wolke (Allianz-Mission Japan
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Aufruf
zum Gebet! |
Tokyo, Japan – 29.3.2011
Pastor
Jim Peterson ist in Japan geboren und aufgewachsen. Nachdem der Tsunami einen
großen Teil des Nordostens Japans zerstörte und wegschwemmte, wurden sein Herz
und seine Hände mobilisiert, um seine Nachbarn im Norden zu erreichen. Peterson
gehörte zu den ersten Crashteams, die das Katastrophengebiet betraten. Indem er
sein eigenes Netzwerk von Beziehungen in dem betroffenen Gebiet nutze, konnte
er nicht nur Hilfe bringen, sondern er nahm auch Gebetsanliegen aus den
betroffenen Gebieten wieder mit zurück.
Ich denke, eines der größten Gebetsanliegen für Japan
wird schon partiell erhört. Eines der größten Anliegen sei, dass die Kirchen in
dieser Katastrophe zusammengeführt werden und zusammen arbeiten, sagte
Peterson.
Crash Japan glaubt, dass das Gebet unbedingt notwendig
ist, um durch die lokalen Gemeinden Hoffnung nach Japan zu bringen. Der
Direktor Jonathan Wilson schrieb in seinem Artikel „How to pray, when disaster
strikes“ – „Wie man betet, wenn uns Katastrophen treffen“: „Gebet steht immer
an erster Stelle“ – bevor wir überhaupt versuchen unseren „kleinen Teil“ dazu
zu tun, sollten wir sicher gehen „die großen Kanonen“ (Gott) angerufen zu
haben.
„Wie die
Frühkirche in der Apostelgeschichte, wo die Gläubigen in Einmütigkeit beisammen
waren und am Gebet festhielten. Dann hat der Heilige Geist in großartiger Weise
gewirkt.“ Das sagte der Amerikanische Direktor von 24-7 Prayer International
Jon Peterson. 24-7 Prayer International ruft dazu auf, das Gebet für Japan zu
mobilisieren.
Auch Peterson wuchs in Japan auf. Seine Eltern waren
Missionare, die mutig und in großer Treue ihren Dienst taten, obwohl sie keine
Frucht sahen. Als Peterson gefragt wurde, ob er Hoffnung hätte, dass Gott sein
Werk in Japan tun würde, leuchtete sein Gesicht auf: „Oh ja! Gott liebt Japan
so sehr! Gott kann diese Katastrophe gebrauchen, um die Kirche zusammen zu
ziehen, während wir uns im Gebet und Dienst vereinen.“
Zum Schluss forderte Peterson die weltweite Gemeinde auf,
ihre Berufung zu leben, dass sie ein Haus des Gebets für alle Nationen sein
kann.
Übersetzung:
Erika Grabowski und Esther Stock, Marburger Mission